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Styben González - BFD-ler mit Rhythmus im Blut

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Name: Styben González

Alter: 30 Jahre

Aufgabe: BFD´ ler in den Bübinger Werken

2016SGinW Gruppe Tisch

Wie kamst Du dazu einen BFD zu machen?

Ich wollte unbedingt einmal im sozialen Bereich arbeiten und grundlegend einfach
mal was Neues ausprobieren. Schon vor Jahren bin ich in Kontakt mit behinderten
Menschen gekommen, da ich in Saarbrücken in einer inklusiven WG gewohnt habe.
Da passte für mich das Angebot des PSV (jetzt Kompetenzzentrum Freiwilligendienste),
in den Bübinger Werken einen BFD machen zu können, natürlich perfekt.

2016SGtanzen

Was sind deine Aufgaben hier?

Ich kümmere mich in erster Linie um die Mitarbeiter, die kurz vor ihrer Rente stehen.
Sie sind meist nicht mehr in der Lage den ganzen Arbeitstag zu bewältigen,
aber noch viel zu fit, um in den Ruhestand zu gehen.
Besondere Freude bringt mir aber der von mir gegründete Tanzkreis.
Inzwischen machen da Mitarbeiter aus allen Altersklassen mit und vor allem
bei Auftritten haben wir einen Wahnsinns Spaß zusammen!

2016SG1

Was bietet Dir das Kompetenzzentrum Freiwilligendienste?

In erster Linie haben Sie mir geholfen diese Stelle zu finden und alles bürokratische,
wie Anmeldungen und Versicherungsdinge zu regeln. Außerdem gibt es die ganze Zeit
sehr interessante und nützliche Seminare. Besonders gut gefallen haben mir der
Erste-Hilfe-Kurs, Yoga und ein Seminar zur Erlebnispädagogik. Ich habe mich während
meines BFD von den Mitarbeitern des PSV (jetzt Kompetenzzentrum Freiwilligendienste) immer super betreut gefühlt.

2016SGWerkstatt5 Würdest Du deinen Freunden einen Freiwilligendienst empfehlen?

Unbedingt! Aber man sollte, gerade in dem Arbeitsbereich mit behinderten Menschen,
eine gewisse soziale Kompetenz bereits besitzen. Die ersten anfänglichen Berührungs-
ängste sind ganz schnell beiseitegelegt und dann macht die Arbeit hier sehr viel Freude
und bringt Dich auch persönlich weiter.

Was nimmst Du aus deiner Zeit hier in den Bübinger Werken mit?

Weil es mir hier so gut gefällt habe ich bis zum Start meiner Ausbildung zum Heilerzie-
hungspfleger meinen BFD um ein halbes Jahr verlängert. Und ob ich mich ohne meinen
BFD für diese Ausbildung entschieden hätte, weiß ich auch nicht genau. Es war und es
ist auf jeden Fall eine ganz wichtige Erfahrung für mich. Ich habe hier viele Freundschaften
geschlossen und „Mein Projekt“, die Tanzgruppe, wird jetzt noch erweitert. Da bleibe ich
natürlich auch in Zukunft ganz nah dran.

2016SGAnleiter Das sagen die „Chefs“:

Sybille Zapp und Christian Seibert sind u. A. bei den Bübinger Werken für die Freiwilligen-
dienstler verantwortlich. Sie betreuen momentan drei BFDler und neun FSJler. Platz wäre
für 30 Freiwilligendienstler. Sie haben in den letzten Jahren eigentlich nur gute Erfahrungen
mit diesen Mitarbeitern gemacht und sind immer wieder aufs Neue begeistert, wie der „frische“
Blick von außen hier Einiges bewegen kann. Die Tanzgruppe von Styben González beispielsweise
oder Arbeitshilfen, die von FSJlern entwickelt wurden... Gerade dass alle von der Zusammenarbeit profitieren können freut sie immer wieder. Schön würden sie es in Zukunft auch finden, wenn mehr Rentner sich für einen BFD bei ihnen entscheiden würden. Gerade ihre ruhige Ausstrahlung und Lebenserfahrung tut der Einrichtung und ihren Mitarbeitern immer gut.

 

Über die Einrichtung:

Bübinger Werk der Lebenshilfe Obere Saar e.V.

1972 gegründet     302 Werkstattmitarbeiter     60 Gruppenleiter & 10 Sozialarbeiter     www.lebenshilfe-obere-saar.org/werkstaetten

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Mit 59 nochmal zum FreiwilligendienstLeo Emondts

Schnell und geschickt schält Leonhard „Leo“ Emondts einen Apfel nach dem anderen. Mit dem Messer kann der gelernte Bäckermeister umgehen. Bei seinen Nachbarn geht es langsamer, denn neben Leo Emondts sitzen Menschen mit geistiger Behinderung. Der 59-jährige leistet derzeit seinen Bundesfreiwilligendienst bei den Westeifel Werken in Gerolstein, einer anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM).

Anfang Mai 2018 ist der 59-jährige in den Bundesfreiwilligendienst gestartet. Die Westeifel Werke kannte er bereits vorher durch den Betreuungsverein Westeifel, der ebenfalls für Menschen mit Behinderung da ist. „Ich war aber auch früher schon oft mit Firm- oder Kommunionsgruppen hier“, so Leo Emondts. Über die Jahre hinweg hat er mit diesen Besuchen die Werkstatt und ihre Mitarbeiter gut kennengelernt, so dass er nun in vielen Bereichen im Einsatz ist.

„In der Montagegruppe übernehme ich die Endkontrolle der montierten Schrauben. Zwischendurch helfe ich in der Küche aus. Dann gibt es noch eine Lesegruppe und als ein Tanzlehrer gesucht wurde, habe ich das auch gerne übernommen.“ In der Tanzgruppe steht zur Zeit der Schuhplattler auf dem Plan, denn bald ist das Oktoberfest der Westeifel Werke für ihre Mitarbeiter mit Handicap am Standort Wissmannsdorf-Hermesdorf. „Wir haben auch schon passende Seppel-Hüte bestellt“, sagt Leo Emondts lachend und gibt eine kurze Jodelkostprobe. Aus der Küche nebenan kommt ein fröhliches Jodeln zurück. „Das ist schon ein Ausdruck von Lebensfreude. Klar, manchmal ist die Arbeit hier anstrengend, so wie überall. Aber die Menschen hier geben einem viel mehr, als sie nehmen.“

Über 20 Lehrlinge hat der Bäckermeister im Laufe seiner Karriere in der Backstube ausgebildet, dazu noch viele andere in der eigenen Bäckerei, die er über viele Jahre in Kerpen betrieben hat. Als „Bufdi“ kommt ihm diese Erfahrung zugute. Denn die Menschen mit Behinderung, mit denen er bei den Westeifel Werken arbeitet, werden gezielt gefördert, damit sie vorhandene Fähigkeiten erhalten oder neue erlernen können.

Was er im Laufe seines Lebens und Arbeitslebens gelernt hat, will Leo Emondts gerne weitergeben. Er fände es gut, wenn mehr Menschen in seinem Alter ihre Lebenserfahrung auf diese Art weitergeben könnten. In Lingen hat bereits kurz nach der Einführung des Freiwilligendienstes 2011 eine 83-Jährige bei der örtlichen Tafel mitgearbeitet, ein Berlin gab es einen 82 Jahre alten Bufdi. Deutschlandweit liegt der Altersdurchschnitt zwischen 38 und 40 Jahren. Von diesen Menschen gibt es viel zu lernen.

„Aber dieses soziale Engagement muss man sich leisten können“, sagt Leo Emondts. Ohne Pachteinnahmen aus der Bäckerei könnte er es sich nicht leisten, den Freiwilligendienst zu absolvieren. Die Höchstgrenzen für das Taschengeld, das Einsatzstellen an ihre Bufdis auszahlen dürfen, sei viel zu niedrig, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Eine Aufstockung sei der einfachste und realistische Weg, mehr Menschen für diese Form des sozialen Engagements zu begeistern. Von einem Pflichtjahr, wie es die CDU ins Spiel gebracht hat, hält er dagegen wenig: „Der Freiwilligendienst ist eine tolle Sache. Aber eben genau das – freiwillig. Es bringt nichts, jemanden dazu verpflichten zu wollen, sich für andere zu engagieren.“

Die Äpfel sind fast fertig geschält. Leo Emondts wird daraus zusammen mit den Menschen mit Behinderung aus seiner Montagegruppe Apfelkuchen backen. „Man bekommt eben immer etwas zurück“, sagt er augenzwinkernd.

 

Erfahrungsbericht - Herr Pfahl (ehemaliger BFD-ler beim Paritätischen)Pfahl

"Raus aus der “Ruhe” - dank BFD!

“Wir lernen die Menschen nicht kennen, wenn sie zu uns kommen - wir müssen zu ihnen gehen, um zu erfahren wie es mit Ihnen steht.”

Das hat schon Goethe gesagt und wir Ruheständler sollten, um aus der Schläfrigkeit des Rentnerdaseins zu kommen, diesen Ratschlag befolgen.

Nach einem erfüllten Leben nochmals etwas Neues beginnen, nicht auf der faulen Haut zu liegen, dem Leben einen neuen Sinn geben, das waren meine Gedanken, ehe ich über den Bundesfreiwilligendienst, eine Aufgabe in einem Therapie-Zentrum begonnen habe. Ich muss anmerken, dass ich bereits 68 Jahre “jung” war, aber noch einige Dinge, wie Abendkurse in der Volkshochschule, für meinen geistigen Horizont in die Wege geleitet hatte.

Der Einstieg in das neue “Berufsleben” mit einer gewünschten Tagesstruktur lässt einen beschwingt jeden neuen Tag erleben. Die vielfältigen Aufgaben, wie Arztfahrten, Begleitung zu Ämtern und Ärzten, die Mitarbeit in der Gärtnerei, die vielen vertraulichen Gespräche mit den Bewohnern, Ausflugsfahrten, Sommerfest, Reiterfest, Weihnachtsbasar machen jeden Tag aufs Neue zu einer besonderen Erfahrung.

Die fast monatlichen Bildungstage, durchgeführt durch den BFD sind so interessant und voller Leben, dass sie zu einer echten Bereicherung des Lebens werden. Bildungstage mit den Themen: Aidshilfe, Demenz, Sexualität und Behinderung, Multikultigesellschaft, Führung durch die Festung Ehrenbreitstein, Dialog im Dunkeln, Tiergestützte Pädagogik uvm. sind so interessant und lehrreich, dass man immer gespannt ist, was kommt im nächsten Monat!

In den Einrichtungen, und das ist die einhellige Meinung fast aller jungen und älteren Bundesfreiwilligendienstler, ist man willkommen und ist froh, dass Hilfe über diese BFD-Schiene angeboten wird. Die Taschengeldvergütung ist zwar kein Riesenbetrag, aber soll auch nur eine Anerkennung des freiwilligen Dienstes sein.

Ich möchte Mut machen, dass sich mehr Ruheständler zu Unruheständler entwickeln. Es gibt noch so viel zu tun. Den meisten von uns geht es gut und wir müssen nicht mehr in dem Zwang des beruflichen Erfolges leben. Es ist schön, freiwillig Zeit zu haben, anderen Menschen, die mit einer Krankheit, einer Benachteiligung oder Schicksalsschlag leben müssen, zu helfen. Ich möchte aufzeigen, dass wir auch in unserem Alter etwas bewegen können und durch eine gemeinnützige und gemeinsame Arbeit, unterstützt durch unsere Lebenserfahrung, eine neue Zufriedenheit erreichen können. Haben wir einfach Mut auf Menschen zuzugehen, etwas schaffen und zufrieden nach einem guten Tag, uns auf den nächsten Tag freuen.

Theodor Fontane hat einmal in einem Brief an seine Mutter geschrieben:

“Wenn man älter wird, so lernt man eben einsehen, dass man von einem Menschen nicht alles verlangen kann und dass man zufrieden sein muss, wenn ein Weinstock Trauben trägt. In jüngeren Jahren verlangt man auch noch Erd- und Himbeeren dazu, womöglich gleich mit Schlagsahne.”

Für uns muss es nicht unbedingt Erdbeeren mit Schlagsahne sein, davon haben wir im Leben schon reichlich genossen. Von uns wird auch nicht mehr “alles” abverlangt. Wir sollten mit den Weintrauben, ich meine mit dem was das Leben noch zu bieten hat, zufrieden sein. Dazu gehört auch eine zufriedenstellende Aufgabe durch den BFD.

Ich hoffe, dass diese Zeilen einige Ruheständler lesen und ich Mut gemacht habe, eine Aufgabe beim Bundesfreiwilligendienst zu beginnen.

Willkommen Ihr neuen BUFDIS!

Wolfgang Pfahl"

 

Bundesfreiwilligendienst schafft neue Perspektiven

Für Miriam Stribny war er Lichtblick und Sprungbrett zugleich

Name: Miriam Stribny
Alter: 56
Wohnort: Schiffweiler
Abschluss: EDV-Kauffrau
Hobbys: Schwimmen, Kochen und Backen

Es ist der „typische“ Lebenslauf einer Mutter von zwei Kindern, die eine Ausbildung gemacht hat und beides unter einen Hut bekommen will – Familie und Beruf. Das geht mit viel Disziplin und Geduld, wenn nicht, wie im Fall von Miriam Stribny, etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt.
„Ich komme aus dem kaufmännischen Bereich“, so Stribny, „habe 1978 mein Fachabitur für Wirtschaft gemacht und habe keinen Ausbildungsplatz bekommen. 1992 war mein Erziehungsurlaub mit meinem Sohn zu Ende und von da an war ich bei der Zeitung als Texterfasserin.“ Doch das Kind war krank, hatte einen Herzfehler, und damals war es schwer, so etwas wie eine Einrichtung für Körperbehinderte in der Nähe zu finden. Also blieb Miriam selbst zu Hause. Bis 1998. Über die Bundesagentur für Arbeit machte sie eine Weiterbildung zur EDV-Kauffrau mit IHK-Abschluss, mit dem sie dann als Schwangerschaftsvertretung an die Kasse eines Möbelhauses wechselte. Übernommen wurde sie dort nicht. „Ich habe mich viel beworben“, erzählt die Schiffweilerin frustriert, „doch ich hatte eine Absage nach der anderen. Ich habe alles probiert.“ Nach Umwegen als Briefzustellerin und Busbegleiterin sah sie 2013 auf einer Jobbörse ein Plakat in der Saarlandhalle. Nachdem sie dort mit Vertretern mehrerer Unternehmen gesprochen hatte und die Fremdsprachenkenntnisse für diverse Stellen nicht ausreichten, sah sie ihre Chancen im Kaufmännischen schwinden. Das Plakat, das um Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst warb, ließ sie umdenken. Am einem Stand stellte sie eine Frage, die für sie essentiell war: „Geht das in meinem Alter noch?“ Es ging. Schnell wurde eine Bewerbung geschrieben, deren Erfolg nicht lange auf sich warten ließ. Bei der Arbeiterwohlfahrt hätte sie in der Altenpflege arbeiten können, doch orthopädische Probleme ließen das nicht zu. Die Mitarbeiter der AWO waren es, die ihr nahe legten, beim Paritätischen nachzufragen.

Im Internet schaute sie nach, was sich hinter dem Paritätischen „versteckt“, rief an, fragte nach und ließ sich einen Bewerbungsbogen zuschicken. Auf diesem kreuzte sie „Kindergarten“ als möglichem Einsatzort an. In der Eric-Carle-Schule in Mainzweiler, einer Förderschule geistige Entwicklung, die in der oberen Etage auch einen Kindergarten hat, wurde jemand gebraucht. Im November 2013 war das persönliche Gespräch mit Schulleiter Sascha Mechenbier. Das Busunternehmen, das die Kinder nach Ottweiler-Mainzweiler bringt, war ihr bekannt, denn dort arbeitete Miriam früher als Busbegleiterin. „Das hat Herrn Mechenbier gefreut“, erzählt Miriam, die damals schnell zu einem Probetag in die „Eichhörnchengruppe“ des Kindergartens eingeladen wurde. Noch vor Ablauf dieses Tages ging sie zu ihrem künftigen Chef und sagte ihm, dass von ihrer Seite keinerlei Bedenken gegen diese Arbeit bestünden und dass sie sich vorstellen könne, diesen Job länger zu machen.

Diese Helferstelle in der „Mäusegruppe“ des Kindergartens ist wie für die 56-Jährige gemacht. Die Arbeit macht Spaß, ist abwechslungsreich, vor allem die Kollegen seien nett – das Miteinander gefällt ihr am besten. Bereits bei „Dienstantritt“ wusste sie um die Möglichkeit, das reguläre Jahr um weitere sechs Monate verlängern zu können. „Selten habe ich mich wohl gefühlt wie hier“, sagt Miriam Stribny, so dass es nicht verwundert, dass sie nach der Hälfte ihres Bundesfreiwilligendienstes von dieser Verlängerungs-Variante Gebrauch machte. Im Juli 2015 endet ihre Zeit als BFDlerin in Ottweiler und sie hat die Entscheidung, den Schritt gegangen zu sein, nie bereut. Im Gegenteil, wenn alles klappt, kann sie nach den Sommerferien als Integrationshelferin in der Eric-Carle-Schule „anheuern“.

Doch noch ist sie im Bundesfreiwilligendienst und ist, wie sie in den vielen Seminaren, den der Paritätische anbietet, feststellen konnte, bei weitem nicht die Älteste. „Da waren sogar welche mit über 70 Jahren dabei“, staunte selbst die Mittfünfzigerin nicht schlecht. Miriam Stribny haben vor allem diese Seminare gefallen, die Alkoholismus, Verhalten bei Amoklauf, Stressreduktion, Umgang mit Trauerbewältigung, Drogen- und Suchtgefahren oder auch Erste Hilfe zum Thema hatten und in denen man nicht nur viel lernte, sondern sich nebenbei gegenseitig kennenlernte.
Bei ihrer Tätigkeit im Kindergarten hat sie „lediglich“ unterstützende Funktion für die Erzieherinnen. Sie kümmert sich um einige Kinder, hat gelernt, was man mit Kindern mit verschiedenen Krankheitsbildern im Umgang alles machen und was man von ihnen verlangen kann, spielt mit oder schaut Bilderbücher an. Manchmal springt sie auch als Busbegleiter ein und hilft oft in der Küche aus. Flexibilität sollte man als BFD-ler also mitbringen. Miriam Stribny ist weder für die Erziehung verantwortlich, noch für medizinische Hilfeleistungen, die manche Kinder benötigen. Es kann aber auch nichts schaden, es zu können. Sie lobt diese Arbeit immer wieder. Wichtig ist ihr vor allem, dass sie nicht mehr so gestresst wie früher nach Hause kommt, eben weil sie diese Arbeit ausfüllt und sie sie mit Freude verrichtet. „Außerdem sehe ich das Ergebnis und das ist das Beste daran“, erzählt sie im gleichen Atemzug über ein kleines Mädchen, dessen Entwicklung und Erfolge sie mit verantwortet und auch mitverfolgen kann.
Den Paritätischen kann sie als Vermittler dieses Bundesfreiwilligendienstes nur weiterempfehlen. „Das war eine schöne Zeit und ich kann nur betonen, dass das auch in unserem Alter nochmal ein Sprungbrett für einen Wiedereinstieg in eine andere Berufswelt sein kann“, gibt sie möglichen Interessenten für eine solche „Laufbahn“ mit auf den Weg.

Eine Hilfe, die gebraucht wird

Einrichtungsleiter Sascha Mechenbier über die Bedeutung der Freiwilligen

„In unserem Haus gibt es keine FSJ-ler“, so Mechenbier, „aber wir haben jedes Jahr Helfer im Bundesfreiwilligendienst und sind froh drum.“ Das Haus in Trägerschaft der Lebenshilfe hatte schon früher vier genehmigte Stellen für Zivildienstleistende. Mit deren Wegfall „rückten“ die BFD-ler nach. Mechenbier weiß, wovon er beim Freiwilligendienst in der Eric-Carle-Schule redet, denn vor 20 Jahren war er dort selbst Zivi. „Aufgrund dieser Erfahrung bin ich auch erst auf die Idee gekommen, meinen beruflichen Weg so einzuschlagen“, erinnert er sich. Und nicht selten beobachtet er heute, dass auch junge Leute, die den Bundesfreiwilligendienst in einer solchen Einrichtung leisten, in ihrer weiteren Ausbildung in die „soziale Richtung“ gehen. „Die jungen Leute lernen hier einiges, sie werden gelassener und können sich mehr auf Menschen mit einem Handicap einlassen.“ Ziemlich schnell werden die Freiwilligen in den Alltag der Einrichtung integriert, helfen bei der Betreuung, bei der Essensreichung, bei den Toilettengängen. „Sie sind eine wahnsinnig große Unterstützung in unserer täglichen pädagogischen Arbeit“, lobt der Schulleiter die helfenden Hände, „wir brauchen sie einfach.“ Hier können die „Unterstützer“ auch was für's Leben lernen. Von ihnen werden Fahrdienste, hauswirtschaftliche Fähigkeiten und manchmal sogar Hausmeistertätigkeiten abgerufen. „Bei uns kann man sich in einem ganz breiten Spektrum beweisen“, ist Mechenbier dankbar für solche multifunktionellen freiwilligen Mitarbeiter.